· Bilal Erkin
ClickUp, Monday oder Asana: Welches Tool passt zum Mittelstand?
Vergleich mit klarer Empfehlung je Ausgangslage: aktuelle Listenpreise, die Kostenfallen der Lizenzierung und wann ClickUp die falsche Wahl ist.
Für mittelständische Unternehmen mit 10 bis 100 Mitarbeitenden ist ClickUp dann die richtige Wahl, wenn mehrere Abteilungen mit unterschiedlichen Arbeitsweisen in einem System arbeiten sollen. Wenn Sie dagegen eine einzelne, klar umrissene Aufgabe lösen wollen, sind Monday oder Asana meist schneller am Ziel. Dieser Beitrag nennt die Kriterien, an denen sich das entscheiden lässt, und die Fälle, in denen wir als ClickUp Partner von ClickUp abraten.
Datenstand der Preisangaben: 27. August 2026, abgerufen von den Preisseiten der Anbieter. Alle Angaben sind Listenpreise je Person und Monat im Jahresabo, ohne Umsatzsteuer. ClickUp und Asana veröffentlichen in US-Dollar, Monday in Euro.
Was kosten die drei Werkzeuge wirklich?
Der Listenpreis ist der kleinere Teil der Rechnung. Entscheidend ist, wie Lizenzen gezählt werden, denn dort unterscheiden sich die drei Anbieter deutlich.
| Kriterium | ClickUp | Monday | Asana |
|---|---|---|---|
| Kostenlos | Unbegrenzt viele Mitglieder, begrenzter Funktionsumfang | Bis 2 Plätze | Bis 2 Personen |
| Einstiegstarif | Unlimited, 7 USD | Basic, 9 EUR | Starter, 10,99 USD |
| Der Tarif, den Sie brauchen | Business, 12 USD | Pro, 19 EUR | Advanced, 24,99 USD |
| Mindestanzahl | Keine | 3 Plätze, Kauf in Blöcken | Keine |
Die Kostenfalle bei Monday
Monday verkauft Plätze in Blöcken, nicht einzeln. Ein Team mit 12 Personen bucht in der Regel 15 Plätze, ein Team mit 22 Personen bucht 25. Sie zahlen also regelmäßig für Plätze, die niemand nutzt. Bei 15 statt 12 Plätzen im Pro-Tarif sind das 57 EUR im Monat für Luft, gut 680 EUR im Jahr.
Hinzu kommt: Mehrere Produktlinien (Work Management, CRM, Service, Dev) werden getrennt lizenziert. Wer Projektmanagement und Ticketsystem braucht, zahlt bei Monday zweimal. Bei ClickUp und Asana ist beides im selben Tarif enthalten.
Die Kostenfalle bei ClickUp
ClickUp rechnet KI getrennt ab. Brain kostet zusätzlich 9 USD je Person und Monat, das umfassendere Everything AI 28 USD. Wer mit „ClickUp kostet 12 Dollar" kalkuliert und die KI-Funktionen fest einplant, verdoppelt die Rechnung. Rechnen Sie ehrlich: Business plus Brain sind 21 USD je Person und Monat.
Die Kostenfalle bei Asana
Der kostenlose Tarif ist auf zwei Personen begrenzt. Ein Pilotprojekt mit einem Team ist damit nicht möglich, Sie zahlen ab der dritten Person. Und der Sprung von Starter auf Advanced ist mit 10,99 auf 24,99 USD der größte Preissprung der drei Anbieter, während Funktionen wie Portfolios und Zielverfolgung erst im oberen Tarif liegen.
Wann ist ClickUp die richtige Wahl?
ClickUp lohnt sich, wenn mehrere Abteilungen mit unterschiedlichen Arbeitsweisen in ein gemeinsames System sollen. Der Grund ist die Anpassbarkeit: Vertrieb, Produktion und Verwaltung können in derselben Umgebung vollkommen unterschiedlich arbeiten, ohne sich gegenseitig zu behindern, und trotzdem auf gemeinsame Auswertungen zugreifen.
Konkret spricht für ClickUp:
- Ein System statt vier. Aufgaben, Dokumente, Wiki, Zeiterfassung, Formulare und Ziele sind enthalten. Wer sonst Confluence, Toggl und Typeform danebenstellt, spart hier echtes Geld und drei Schnittstellen.
- Kostenloser Tarif ohne Personenlimit. Ein Pilotprojekt mit einer ganzen Abteilung ist ohne Budget möglich. Das können weder Monday noch Asana.
- Automatisierungen ohne Zusatzwerkzeug. Statusabhängige Abläufe, Zuweisungen und Erinnerungen lassen sich ohne Programmierung und ohne Zapier abbilden.
- Kein Aufpreis für einen zweiten Anwendungsfall. Ticketsystem, Personalprozesse und Projektportfolio laufen im selben Tarif.
Wann ist ClickUp die falsche Wahl?
Wir raten von ClickUp ab, wenn niemand im Unternehmen die Struktur verantwortet. Das ist der ehrlichste Satz in diesem Beitrag. ClickUp lässt fast jede Ordnung zu, und genau darin liegt das Risiko: Ohne eine Entscheidung, welche Struktur gilt, entstehen parallele Ordnungen, und nach drei Monaten pflegt niemand mehr etwas.
Weitere Fälle, in denen ein anderes Werkzeug besser passt:
- Die Oberfläche entscheidet über die Einführung. Wenn Ihr Team mit Software fremdelt, ist Monday zugänglicher. Die Oberfläche ist aufgeräumter und weniger einschüchternd. Ein Werkzeug, das genutzt wird, schlägt ein Werkzeug, das mehr kann.
- Es geht nur um Aufgaben und Projekte. Dann ist Asana die ruhigere Wahl. Weniger Optionen bedeuten weniger Entscheidungen und weniger Wildwuchs.
- Sie brauchen ein spezialisiertes Fachsystem. Für echte Softwareentwicklung mit Sprints und Releases ist Jira weiterhin stärker. Für klassische Bauprojektsteuerung gibt es Branchenlösungen, die mehr können.
- Es soll niemand einführen. Wenn weder intern jemand Zeit hat noch extern jemand beauftragt wird, wählen Sie das Werkzeug mit den wenigsten Möglichkeiten. Das ist dann Asana.
Warum empfehlen Vergleichsseiten dem Mittelstand meist Monday oder Asana?
Weil die meisten Vergleiche die Einführung ausblenden. Sie bewerten das Werkzeug im Auslieferungszustand, und dort gewinnt naturgemäß das Produkt mit den wenigsten Entscheidungen. Diese Bewertung ist richtig, wenn niemand das System aufsetzt.
Mit einer sauberen Ersteinrichtung verschiebt sich das Bild. Der Vorteil von ClickUp entsteht nicht im Auslieferungszustand, sondern nach der Konfiguration. Der Nachteil, die Überforderung durch zu viele Möglichkeiten, verschwindet genau dann, wenn jemand die Entscheidungen einmal trifft und dokumentiert.
Das ist keine Werbung in eigener Sache, sondern der Kern der Sache: Wenn Sie ClickUp ohne Einführung nutzen, hat die verbreitete Empfehlung recht. Dann nehmen Sie Monday oder Asana.
Wie entscheiden Sie in fünf Minuten?
Die folgenden Wenn-dann-Regeln decken die meisten Ausgangslagen ab:
- Wenn mehrere Abteilungen unterschiedlich arbeiten und Auswertungen über alle hinweg gebraucht werden, dann ClickUp.
- Wenn Sie mehrere Werkzeuge (Aufgaben, Wiki, Zeiterfassung, Formulare) ablösen wollen, dann ClickUp.
- Wenn das Team wenig Softwareerfahrung hat und die Akzeptanz das größte Risiko ist, dann Monday.
- Wenn es ausschließlich um Aufgaben und Projekte geht und Sie bewusst wenig konfigurieren wollen, dann Asana.
- Wenn Sie ohne Budget mit einer ganzen Abteilung testen wollen, dann ClickUp, weil nur dort der kostenlose Tarif kein Personenlimit hat.
- Wenn niemand die Einführung übernimmt, weder intern noch extern, dann Asana.
Was kostet der Wechsel, und wann lohnt er nicht?
Ein Werkzeugwechsel lohnt nur, wenn Sie das Problem benennen können, das er löst. „Wir sind unzufrieden" reicht nicht. Prüfen Sie zuerst, ob die Unzufriedenheit aus fehlenden Funktionen entsteht oder aus fehlenden Absprachen. Fehlende Absprachen wandern beim Wechsel mit.
Der Aufwand für einen Wechsel besteht aus drei Teilen: Datenmigration, Neuaufbau der Struktur und Einarbeitung des Teams. Der dritte Teil ist der größte und wird regelmäßig unterschätzt. Rechnen Sie mit einigen Wochen, bis ein Team im neuen System wieder die alte Geschwindigkeit erreicht.
Wie eine Migration aus Asana, Monday, Trello oder Jira konkret abläuft, steht auf der Seite zur ClickUp Migration. Was eine vollständige Einführung umfasst und kostet, finden Sie unter ClickUp Implementierung, alle Konditionen im Überblick auf der Preisseite.
Zusammengefasst
ClickUp bietet von den dreien den größten Funktionsumfang zum niedrigsten Listenpreis und ist das einzige Werkzeug mit einem kostenlosen Tarif ohne Personenlimit. Der Preis dafür ist Konfigurationsaufwand. Monday ist zugänglicher, aber durch die Platzstaffelung und die getrennten Produktlinien in der Praxis oft teurer. Asana ist die ruhigste Wahl für Teams, die bewusst wenig einstellen wollen, und die teuerste, sobald Portfolios und Ziele gebraucht werden.
Wenn Sie unsicher sind, welche der Regeln oben auf Ihre Ausgangslage zutrifft, klären wir das im Erstgespräch in 30 Minuten. Wir sagen Ihnen auch, wenn ClickUp aus unserer Sicht nicht passt.