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· Bilal Erkin

ClickUp Dashboards: Welche Kennzahlen sich wirklich lohnen

Sechs Kennzahlen, die im Mittelstand tatsächlich genutzt werden, mit Voraussetzung und Aufbau. Plus die vier, die gut aussehen und nichts ändern.

Eine Kennzahl gehört nur dann ins Dashboard, wenn aus ihr eine Handlung folgt. Das ist die einzige Regel, die nötig ist, und sie sortiert die meisten Vorschläge sofort aus. Dieser Beitrag nennt sechs Kennzahlen, die im Mittelstand tatsächlich genutzt werden, und vier, die gut aussehen und nichts ändern.

Die Voraussetzung, die niemand gern hört

Ein Dashboard zeigt den Zustand Ihrer Datenpflege, nicht den Zustand Ihres Unternehmens. Wenn Fälligkeiten unregelmäßig gesetzt und Status nicht konsequent gepflegt werden, sind alle Auswertungen darauf wertlos. Schlimmer noch: Sie sind irreführend, weil sie sicher aussehen.

Bauen Sie Dashboards deshalb nicht zu Beginn einer Einführung, sondern wenn ein Prozess vier bis sechs Wochen stabil läuft. Bis dahin ersetzt eine gefilterte Listenansicht jedes Dashboard.

Sechs Kennzahlen, die sich lohnen

1. Auslastung je Person

Beantwortet: Wer kann eine zusätzliche Aufgabe übernehmen?
Braucht: Geschätzten Aufwand je Aufgabe und gesetzte Fälligkeiten.
Handlung: Umverteilen, bevor jemand ausfällt.

Die mit Abstand meistgenutzte Auswertung. Wichtig: Grobe Schätzklassen genügen. Wer in Viertelstunden schätzt, hört nach drei Wochen damit auf.

2. Überfällige Aufgaben je Bereich

Beantwortet: Wo läuft etwas aus dem Ruder?
Braucht: Gesetzte Fälligkeiten.
Handlung: Nachfassen oder Termin bewusst verschieben.

Der Nutzen liegt weniger in der Zahl als im Trend. Eine stabile Zahl überfälliger Aufgaben ist unkritisch, eine steigende ist ein Frühwarnsignal.

3. Durchlaufzeit je Prozessschritt

Beantwortet: An welcher Stelle bleibt die Arbeit liegen?
Braucht: Konsequent gesetzte Status.
Handlung: Den Engpass gezielt entlasten statt überall zu beschleunigen.

Die wertvollste und am seltensten gebaute Kennzahl. Sie zeigt regelmäßig, dass der vermutete Engpass nicht der tatsächliche ist.

4. Aufgaben ohne Zuständigkeit

Beantwortet: Was fällt gerade zwischen die Stühle?
Braucht: Nichts außer dem Feld selbst.
Handlung: Zuweisen oder löschen.

Am einfachsten zu bauen, mit sofortigem Nutzen. Sollte dauerhaft bei null liegen.

5. Projekte ohne Bewegung

Beantwortet: Welche Projekte sind faktisch eingeschlafen?
Braucht: Datum der letzten Aktivität.
Handlung: Wiederbeleben oder ehrlich schließen.

Setzen Sie eine feste Schwelle, etwa vier Wochen ohne Aktualisierung. Ohne Schwelle wird die Liste diskutiert statt abgearbeitet.

6. Erfasste gegen geplante Zeit

Beantwortet: Rechnet sich dieser Projekttyp?
Braucht: Zeiterfassung und Schätzungen.
Handlung: Kalkulation anpassen oder Umfang begrenzen.

Nur sinnvoll, wenn die Zeiterfassung tatsächlich genutzt wird. Halbherzig erfasste Zeiten erzeugen Zahlen, die schlechter sind als gar keine.

Vier Kennzahlen, die nichts ändern

  • Erledigte Aufgaben je Person. Misst Kleinteiligkeit, nicht Leistung. Wer Aufgaben klein schneidet, gewinnt. Führt außerdem zuverlässig zu Widerstand gegen das System.
  • Gesamtzahl der Aufgaben im System. Steigt immer und beantwortet keine Frage.
  • Kommentare oder Aktivität je Person. Misst Betriebsamkeit. Sobald bekannt ist, dass gemessen wird, steigt die Zahl ohne inhaltlichen Grund.
  • Fortschritt in Prozent bei Schätzungen. Solange der Fortschritt manuell gesetzt wird, steht er bei 90 Prozent, bis das Projekt fertig ist.

Wie viele Dashboards braucht es?

Zwei bis drei, nicht mehr.

DashboardFür wenInhalt
TeamsteuerungTeamleitung, täglichAuslastung, Überfälliges, Aufgaben ohne Zuständigkeit
LeitungsrundeGeschäftsführung, wöchentlichProjekte ohne Bewegung, Durchlaufzeit, erfasste gegen geplante Zeit
BereichssichtOptional je AbteilungDieselben Kennzahlen, gefiltert

Ein Dashboard je Person führt dazu, dass niemand mehr dieselbe Zahl sieht. Diskussionen drehen sich dann darum, wessen Auswertung stimmt, statt um die Sache.

Wie bauen Sie eines, das genutzt wird?

  1. Mit der Frage anfangen, nicht mit dem Baustein. Welche Frage stellt jemand jeden Montag ohnehin? Diese Frage wird das Dashboard.
  2. Maximal fünf Elemente. Was nicht auf einen Bildschirm passt, wird nicht angeschaut.
  3. Eine Schwelle je Kennzahl festlegen. Ab welchem Wert passiert was? Ohne Schwelle ist eine Zahl nur eine Zahl.
  4. In die Besprechung einbauen. Ein Dashboard, das nicht regelmäßig gemeinsam angeschaut wird, wird nach zwei Wochen nicht mehr geöffnet.

Punkt vier ist der entscheidende. Warum Systeme zurückfallen, wenn Führungskräfte sie nicht selbst nutzen, steht im Beitrag ClickUp wird im Team nicht genutzt.

Zusammengefasst

Sechs Kennzahlen genügen, und jede braucht eine Schwelle und eine daraus folgende Handlung. Voraussetzung ist eine verlässliche Datenpflege, die vorher stehen muss. Zwei bis drei gemeinsame Dashboards schlagen zehn persönliche.

Wenn Sie ein Dashboard für Ihre konkreten Kennzahlen aufbauen wollen, ist der Deep Dive das passende Format: ein Thema, 90 Minuten, 490 EUR netto. Steht die Datenpflege noch nicht, lohnt vorher ein Blick in ClickUp ist unübersichtlich geworden.

Geschrieben von Bilal Erkin, ClickUp Profis, zertifizierter ClickUp Solution Partner seit 2021.

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